Beratung - Seminare - Vorträge

Transition fördert Integration

Transitionen, wie sie derzeit im Feld der Migration stattfinden, entsprechen nicht einem unproblematischen, gemächlichen Wechsel von einem Zustand/einer Schule/einer Kultur in einen/eine andere/n, sondern stellen kritische Lebensereignisse, gewaltsame biografische wie auch soziokulturelle und sozioökonomische Brüchen und damit eine scharfe Zäsur für die Betroffenen dar (Trennungsphase von Heimat/Angehörigen/Beruf etc). Für Bildungspolitik, Schulen, Lehrkräfte, Sozialpädagogen etc. stellt dies derzeit eine enorme spannungsreiche Herausforderung dar, in der es jetzt darum geht, die Schwellenphase (das Dazwischen) in eine gute Angliederungsphase (Integration) überzuführen. Transitionen sind stets in sich offene Situationen und können einen enormen polaren Widerhall erzeugen, der sowohl in die Richtung der Kontinuität wie auch Diskontinuität, der Chance wie auch der Risiken, der Bewältigung wie auch der Nichtbewältigung, des Entwicklungsfortschrittes wie auch des Entwicklungsrückschrittes gehen.

Diese destabilisierenden aber auch herausfordernden Wandlungsprozesse erleben junge Menschen meist als Grenzerfahrung, deren Bewältigung also gelingen oder misslingen kann: Es kommt auf verschiedenen Ebenen zu einer Anhäufung unterschiedlicher Belastungsfaktoren, da die Anpassung und Veränderungen auf der individuellen, der interaktionalen und der kontextuellen Ebene geleistet werden müssen: innerpsychische Prozesse müssen bewältigt werden; Beziehungen zu anderen Personen müssen neu gestaltet werden, in neue systemische Strukturen muss die eigene Person eingepasst werden.

Der Transitionsbegriff drückt aus, „dass Übergänge soziale Prozesse sind, an denen mehr Subjekte beteiligt sind und die sich in veränderten Kontexten abspielen“ (Griebel/Niesel 2004) Von einer gelingenden Transition spricht man demnach, wenn es auf der individuellen, der interaktionalen und der kontextuellen Ebene

·       zu einer Erweiterung des Verhaltenspotenzials um neue Kompetenzen

·       zu einer Erschließung bisher nicht erforderlicher Ressourcen

·       zu einer Erhöhung des Selbtswertgefühls und

·       zu einem erkennbaren Wohlbefinden kommt, d.h. wenn sich die Identität des Jugendlichen wandelt, ohne dass dessen psychische, physische oder soziale Gesundheit Schaden nimmt oder die Betroffenen sich in einem Ungleichgewichtszustand fühlen. 

Gelingt eine gute Phase des Ankommens, dann stellt dies letztlich die Bedingung für eine gelingende Integration dar.

Integration zwischen Anerkennung und Verletzbarkeit