Beratung - Seminare - Vorträge

Profil

Pädagogische Beratung begründet sich nicht als angewandte Psychologie, Medizin, Soziologie oder Neurobiologie, sondern im Modus der Pädagogik. Dies bedeutet, dass das Kerngeschäft der Pädagogik die Unterstützung der Entfaltung der Persönlichkeit ist auf der Grundlage der Erziehungsbedürftigkeit und Bildsamkeit des Menschen. Sich selbst bildend eine Form zu geben in Auseinandersetzung mit sich selbst, Anderen und der Welt betont die schöpferische, dialogische und ethische wie auch angewiesene und bedingt autonome Dimension des Menschen. Bildung ist letztlich mehr als Lernen, Qualifikation, Kompetenzen oder Standards. Sie ist weder vermittelbar noch herstellbar. Sie ist weder quantifizierbar noch in Gänze messbar. Sie ist stets SelbstBildung eingelassen in einen Prozess des Ergreifens und Sich-Ergreifen-Lassens (Dauber). Pädagogischen Beratung wird dann relevant, wenn der eigene Lebensvollzug und der Prozess der SelbstBildung ins Stocken geraten ist, unterbrochen ist, wenn persönliche Erfahrungen nicht geordnet werden können, wenn damit Rat- und Orientierungslosigkeit die eigene Selbstwirksamkeit übersteigen und die eigene Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen. Das Pädagogische an der Pädagogischen Beratung ist, dass es neben einer genuin pädagogischen Begründung letztlich erzieherische Mittel (siehe Topografie pädagogischer Beratung) sind, die pädagogische Lernprozesse initiieren, die es dem Ratsuchenden ermöglichen, auf sein Anliegen selbsttätig zu antworten.

Pädagogische Beratung würdigt persönliche Erfahrungen, klärt Sachzusammenhänge als Sinnzusammenhänge, identifiziert Bildungsanlässe in reflexiver Verantwortung im Hinblick auf die Beratungswirklichkeit und regt zur Selbsthilfe an:

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Pädagogische Beratung begründet sich – anders wie die psychologische Beratung oder Psychotherapie – nicht auf eine individuelle Anpassungsleistung oder Verhaltensmodifikation, - sondern  auf der Reflexivität (exzentrische Positionalität; Plessner) und Zwischenleiblichkeit (Merleau-Ponty) des Menschen. Pädagogische Beratung orientiert sich damit an sinnhaften Erfahrungen mit Dingen und an einem sinnvollen Dialog mit einem Anderen. Dabei setzt sich der Einzelne nie nur reflexiv in Beziehung zu Anderen und zur Welt, sondern immer auch in Form leiblicher Resonanz, einem Gefühls, einer Empfindung, die ergreift und die „Sphäre des Zwischen“ (Buber) moduliert.

Sie versteht sich als Hilfe, Menschen zum Leben und Lernen zu befähigen: Kräfte und Ressourcen zu mobilisieren, kreativ den Eigensinn im Tun zu entdecken, und durch alternative Handlungsalternativen sich als Subjekt bildend aufs Spiel zu setzen (Foucault).

Aufgabe des Pädagogischen Beraters hierbei ist es, präsent, wach, ermutigend und kritisch-reflexiv zu sein mit dem Ziel, sich überflüssig zu machen.

Nicht eine individualisierende Menschenführung  ist die Aufgabe pädagogischer Beratung – auch nicht eine auf klasssifikatorisch-verobjektivierenden  Kategorien beruhende Symptomvermessung oder eine besondere Technik der Psychotherapie, sondern:

das Anerkennen von Verletzbarkeit, das Aushalten von Angewiesenheit, das sich Ereignen von noch nicht gelebten Möglichkeiten und das (advokatorische) Eingreifen und solidarische Unterstützen bei fehlenden Ressourcen, im Gesamt also:

das Initiieren von Lernprozessen mit dem Ziel sich in seinem Erfahrungshorizont UmzuLernen und sich selbst bildend in eine Form zu bringen.

Dies ist nicht als ein technisch-kausales Bewirken, Herstellen und Machen zu verstehen, sondern mehr als ein Zulassen, Stärken, sich Ereignen von (dialogischen) Räumen der Bildung auf allen Dimensionen menschlichen Erlebens und ihre Verhandlung darin. 

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